Ein wenig Recherche im Netz ergab, daß das verlangte Passwort nicht zurücksetzbar ist und verschlüsselt in einem auf der Systemplatine verbauten I2C EEPROM (Bezeichnung AT24CT08) gespeichert ist.
Um dieser Situation Herr zu werden gibt es neben dem Tausch der Systemplatine bei IBM für ca. 500 EUR zwei weitere, kostengünstigere Möglichkeiten:
- Tauschen des besagten Passwort-Chips
- Auslesen des Passwort-Chips und dekodieren des Passworts
Ich entschied mich für die erste Möglichkeit, da ich auf ebay einen Anbieter für "frische" Passwort EEPROMs gefunden hatte. Zwei Tage nach der Bestellung traf das Objekt der Begierde ein: Ein SMD Bauteil in der Größe von ca. 3 x 5 mm mit 16 Beinchen im Sub-Millimeter Abstand.
Der Laptop muss komplett zerlegt werden um an das Systemboard zu gelangen. Dank des von IBM zum Download bereitgestellten Hardware-Reference Manuals gelingt dies völlig problemlos, einzig die gefühlte Milliarde an Kleinteilen sollte man sorgfältig aufbewahren.
Der schwierige Teil der Operation ist allerdings der Tausch des Bauteils selbst, da das alte EEPROM zunächst entfernt werden muss. Ich denke daß ich bei dieser Gelegenheit das Board beschädigt habe, da es ohne SMD Equipment nahezu unmöglich ist, alle Beinchen des Chips gleichermaßen zu erhitzen um das Bauteil von der Platine zu trennen. Ich habe mangels entsprechender Ausrüstung mit einem Uhrmacherschraubendreher gehebelt und währenddessen mit dem 35W Bräter die Beinchen bearbeitet.Den neuen Chip einzulöten ist prinzipiell nicht schwierig, allerdings darf man nicht zu viel Lötzinn verwenden, da dies gerne zwischen die eng sitzenden Anschlüssen des Bauteils fließt und hinterher Kurzschlüsse produziert. Passiert dies so kann man die Platine am besten gleich wegwerfen (ich erinnere mich da dunkel an einen so missratenen Tuningversuch bei einem 7200er Powermac) ;-)
Ergebnis:
Nach dem Zusammenbau des Thinkpads produzierte es nach dem Einschalten zwar keine Passworteingabeaufforderung mehr, dafür kam eine etwa 10 Positionen umfassende Liste an Fehlercodes (173, 161, 193, 188 usw.usw.) heraus, die darauf schliessen ließ, daß der Einbau des neuen EEPROMs nicht von Erfolg gekrönt war.
Das Thinkpad dient nun als Spielzeug für meine beiden Jungs und wird bei nachlassendem Interesse den Weg zu Recycling-Hof antreten.







