08 Juni 2008

Fall für den Schrott: Thinkpad 600x

Nach längerer Basel-Abstinenz habe ich mich an ein nicht mehr funktionierendes IBM Thinkpad 600x gewagt. Vor der "Reparatur" zeigte das Thinkpad eine Eingabeaufforderung für ein unbekanntes Supervisor Passwort und quittierte jede Eingabe mit einem Fehlerbildschirm, der auf das Handbuch hinwies, das für diese Situation einen Serviceaufenthalt bei IBM anriet.
Ein wenig Recherche im Netz ergab, daß das verlangte Passwort nicht zurücksetzbar ist und verschlüsselt in einem auf der Systemplatine verbauten I2C EEPROM (Bezeichnung AT24CT08) gespeichert ist.
Um dieser Situation Herr zu werden gibt es neben dem Tausch der Systemplatine bei IBM für ca. 500 EUR zwei weitere, kostengünstigere Möglichkeiten:
- Tauschen des besagten Passwort-Chips
- Auslesen des Passwort-Chips und dekodieren des Passworts

Ich entschied mich für die erste Möglichkeit, da ich auf ebay einen Anbieter für "frische" Passwort EEPROMs gefunden hatte. Zwei Tage nach der Bestellung traf das Objekt der Begierde ein: Ein SMD Bauteil in der Größe von ca. 3 x 5 mm mit 16 Beinchen im Sub-Millimeter Abstand.







Der Laptop muss komplett zerlegt werden um an das Systemboard zu gelangen. Dank des von IBM zum Download bereitgestellten Hardware-Reference Manuals gelingt dies völlig problemlos, einzig die gefühlte Milliarde an Kleinteilen sollte man sorgfältig aufbewahren.








Der schwierige Teil der Operation ist allerdings der Tausch des Bauteils selbst, da das alte EEPROM zunächst entfernt werden muss. Ich denke daß ich bei dieser Gelegenheit das Board beschädigt habe, da es ohne SMD Equipment nahezu unmöglich ist, alle Beinchen des Chips gleichermaßen zu erhitzen um das Bauteil von der Platine zu trennen. Ich habe mangels entsprechender Ausrüstung mit einem Uhrmacherschraubendreher gehebelt und währenddessen mit dem 35W Bräter die Beinchen bearbeitet.


Den neuen Chip einzulöten ist prinzipiell nicht schwierig, allerdings darf man nicht zu viel Lötzinn verwenden, da dies gerne zwischen die eng sitzenden Anschlüssen des Bauteils fließt und hinterher Kurzschlüsse produziert. Passiert dies so kann man die Platine am besten gleich wegwerfen (ich erinnere mich da dunkel an einen so missratenen Tuningversuch bei einem 7200er Powermac) ;-)

Ergebnis:
Nach dem Zusammenbau des Thinkpads produzierte es nach dem Einschalten zwar keine Passworteingabeaufforderung mehr, dafür kam eine etwa 10 Positionen umfassende Liste an Fehlercodes (173, 161, 193, 188 usw.usw.) heraus, die darauf schliessen ließ, daß der Einbau des neuen EEPROMs nicht von Erfolg gekrönt war.
Das Thinkpad dient nun als Spielzeug für meine beiden Jungs und wird bei nachlassendem Interesse den Weg zu Recycling-Hof antreten.

21 März 2008

Fritz!Box 7050 WLan am Arcor Anschluss

Arcor bietet - wie viele andere Provider auch - Telefon- und Internet Pakete an, die von einem Telekom-Anschluss vollständig unabhängig sind. Im monatlichen Paketpreis sind Flatrates für Telefonie und Internet bereits enthalten, so daß die laufenden Kosten gut überschaubar bleiben.

Der Haken ist, daß die Telekom unabhängigen Pakete keine "echte" Sprachverbindung (analog oder ISDN) besitzen (es sei denn man bucht und bezahlt sie extra), sondern die Telefonie über das Internet mit Voice-Over-IP Technik realisiert wird. Grundsätzlich ist diese Technik recht ausgereift, so daß Telefongespräche in ausreichender bis guter Qualität geführt werden können. Ein PC ist dazu nicht notwendig, die "alten" analogen Endgeräte können weitergenutzt werden.

Jedoch gibt es aus meiner Sicht speziell beim Arcor-Angebot zwei dicke Kröten zu schlucken:

1) Die mit dem Paket ausgelieferte "Easybox A400" taugt in der aktuellen Version nicht wirklich viel: die VoIP Sprachqualität bewegt sich auf dem Niveau einer mäßigen Handyverbindung und wird durch Hall auf der Seite des Gesprächspartners getrübt.
Auch die Performance und Stabilität beim Zugriff auf das Internet sind subjektiv schlechter als bspw. bei AVMs Fritz!Box.

2) Man bekommt von Arcor die Zugangsdaten speziell für den VoIP Account nicht mitgeteilt. Stattdessen erhält man einen sog. Installationscode mit dessen Eingabe die Easybox konfiguriert wird. Dieses System ist zwar absolut idiotensicher, verhindert jedoch den Einsatz bereits vorhandener eigener Hardware am Arcor Anschluss.
Vermutlich will man seitens Arcor nicht x-beliebige Hardwarekonstellationen supporten müssen, aber für Power-User sollten die Zugangsdaten m.E. zugänglich sein.

Nach etwas Experimentation und Studium des "IP-Phone Forums" ist es mir gelungen, eine Fritzbox 7050 WLan am Arcor Anschluss zu installieren und sowohl Internet wie auch Telefonie damit zu betreiben.
Die folgenden Schritte beschreiben kurz, wie ich dazu vorgegangen bin. Eventuell hilft dies dem einen oder anderen sich der bescheidenen Easybox zu entledigen. Danke hier auch noch mal an die User des IP-Phone-Forums, ohne deren Beiträge ich nicht so weit gekommen wäre.

Das was folgt, hat für mich funktioniert, es kann bei früher / später geschalteten Anschlüssen bzw. Easyboxen mit neuerer Firmwareversion (meine hat 1.50.502) anders aussehen!

Schritt 1: Installation der Arcor Hardware
Am Anschalttag habe ich die von Arcor gelieferte Hardware gemäß Anleitung installiert und Telefonie und Internet mit Hilfe des "Modeminstallationscodes" in Betrieb genommen.

Schritt 2: Auslesen der Konfigurati
on aus der Arcor-Easybox
Um an die Zugangdaten für den Arcor Anschluss heranzukommen bietet sich an, die in der Easybox gespeicherte Konfiguration als Datei auf den PC zu übertragen und zu analysieren. Dazu öffnet man in einem Browser die URL http://arcor.easybox/ und navigiert zum Menüpunkt "Extras"/"Fernwartung". Dort bef
indet sich die Option "Einstellungen sichern", mit der man die Datei "arcor_config.bin" von der Box herunterladen kann.

Schritt 3: Analyse der Konfgurationsda
tei
Die Datei arcor_config.bin kann man am besten mit einem Hex-Editor wie beispielsweise WinHex bearbeiten. Zunächst muss die Datei byteweise mit dem Wert 0xFF XOR verknüpft (oder einfach bitweise invertiert) werden um die Daten im Klartext lesen zu können. In WinHex geht dies mit der Menüoption "Edit/Modify Data"
An den folgenden Adressen innerhalb der Datei stehen die Zugangsdaten nun im Klartext:
0x0B20C PPPoE1 Login
0x0B290 PPPoE1 Passwort
0x0B428 PPPoE2 Login

0x0B4AC PPPoE2 Passwort
0x15F36 VoIP Login
0x15F66 VoIP Passwort
0x15E74 SIP-Proxy

0x15E34 SIP Registrar

Hier nochmal die Schritte in WinHex in Bildern (Klick auf die Bilder vergrößert jeweils):

Zuerst wird die Datei arcor_config.bin über File/Open geladen.
Dann wird der Menüpunkt "Edit/Modify Data" aufgerufen und im folgenden Dialog...





... die Option "Invert Bits" ausgewählt.
Nun ist die Datei im Klartext lesbar und man kann an den oben angegebenen Adressen die jeweiligen Informationen auslesen.








Um bspw. den SIP-Registrar zu erhalten, scrollt man die Datei bis zur Adresse 0x15E34; dies geht in WinHex am schnellsten mit der Option "Edit/Goto" und ...





... der Eingabe 15E34. Der Cursor steht nun genau auf der angegebenden Position und...







man kann auf der rechten Bildschirmseite den zugehörigen Klartext lesen.








Schritt 3: Wechsel von Arcor Hardware auf die Fritz!Box
Die Arcor Hardware habe ich nun von der TAE Dose, dem Netzwerk und dem Telefon getrennt und nur die Stromversorgung verbunden gelassen um ggfs. schnell wieder zurück wechseln zu können.

Die Fritz!Box wird wie in der Bedienungsanleitung beschrieben mit der TAE Dose verbunden, d.h. zuerst wird der Splitter an die Dose angeschlossen und daran die Fritz!Box. Ob das auch ohne Splitter funktioniert habe ich nicht ausprobiert. Da am Arcor Anschluss kein Sprachsignal (ISDN bzw. analog) anliegt habe ich die dafür erforderliche Verkabelung nicht angeschlossen, d.h. kein NTBA bzw. TAE Kabel zwischen Splitter und FritzBox verbunden.

An die Fritz!Box wird nun das Telefon und das Netzwerk angeschlossen, dann das Netzteil eingesteckt. Die Fritz!Box beginnt nun mit einem mehrminütigen "Leitungstraining"; sobald die "Power" Leuchte nicht mehr blinkt ist sie damit fertig.

Schritt 4: Konfigurieren der Fritz!Box
Zuerst habe ich die Zugangsdaten für das Internet in der Fritz!Box eingetragen. Dazu öffnet man die URL http://fritz.box im Browser, navigiert zu dem Menüpunkt "Einstellungen / Internet / Zugangsdaten" und wählt unter "Verbindungseinstellungen" aus dem Drop-Down Menü "Anderer Internetanbieter" aus.
Unter Benutzername und Kennwort trägt man die oben ermittelten Werte für PPPoE1 Login /Password ein.
Nach einem Klick auf "Übernehmen" sollte man über DSL surfen können.

Etwas aufwändiger ist die Konfiguration des VoIP Zugangs, da hier ein paar mehr Einstellungen erforderlich sind:
- Unter "Einstellungen / Telefonie / Wahlregeln" zuerstmal alles rauswerfen. Ich hatte hier noch eine Billigvorwahl für das Festnetz eingetragen, die das heraustelefonieren per Internet erstmal verhinderte.
- Unter "
Einstellungen / Telefonie / Internettelefonie" nun alle Einträge entfernen und einen neuen hinzufügen.
- Auf der entsprechenden Bildschirmmaske haben für mich folgende Einstellungen funktioniert:

  • Häkchen setzen bei "Internettelefonie verwenden"
  • Internettelefonie Anbieter "anderer Anbieter"
  • Internetrufnummer: Die Rufnummer ohne Vorwahl (alte Festnetznummer)
  • Benutzername: Ortsvorwahl und Rufnummer zusammen geschrieben mit führender Null wie oben im unter VoIP Login ermittelt
  • Kennwort / Kennwortbestätigung: Die Werte wie oben für VoIP Password ermittelt
  • Registrar: arcor.de
  • Proxy: <vorwahl>.sip.arcor.de, also bswp. 0987.sip.arcor.de
  • Kein Häkchen bei "Internetrufnummer für Anmeldung verwenden"
  • Häkchen bei "Rufnummernformat anpassen" bei den Teilen der Ortsvorwahl, also bspw. "0" "9876"

Schritt 5: Test
Sowohl ankommende wie auch gehende Anrufe funktionieren nun über die Fritz!Box. Bingo.


23 Dezember 2007

Der digitale Bilderrahmen

Ein Muss für jeden Geek bzw. eine nützliche Endverwendung für Laptops älteren Baujahres...

Auslöser für dieses Projekt war eigentlich die Suche nach einer letzten Verwendung für einen TI Travelmate 4000e Laptop, der mit einem Baujahr 1992 selbst für einfache Kindersoftware nicht mehr tauglich ist.
Die Hardwarespezifikation liest sich ungefähr so:
- CPU: 486SX25
- RAM: 4MB
- Harddisk: 205 MB
- Video: VGA 640 x 480 x 8 bit, Color DSTN Bildschirm
- CD-Rom: Nein
- USB: Nein
- LAN: Nein

Als Betriebssystem kommt eigentlich nur DOS in Frage, das auf dieser Hardware recht passabel läuft. Das Originale Windows 3.11 funktioniert zwar auch, ist aber mit jedweder Anwendungssoftware schon überfordert und darüberhinaus extrem instabil.

Als Speichermedium für das Betriebssystem sowie die Bilder habe ich eine Compact Flash Karte verwendet, die über einen Adapter als Festplatte angeschlossen ist. Dazu muss die CF Karte im BIOS des Rechners allerdings mit dem "richtigen" CHS Mapping konfiguriert werden, sonst gibt es Fehler beim Datenzugriff. Da im Gegensatz zu Festplatten bei CF Karten die Anzahl der Zylinder, Köpfe und Sektoren nicht auf dem Gehäuse angegeben ist, müssen diese Parameter ermittelt werden. Dazu kann man das Tool CTATBUS.EXE vom c't Magazin benutzen.
Da Der Rechner nun von der CF Karte booten kann, entfallen Harddisk und Diskettenlaufwerk komplett.

Zunächst wurde also der Laptop komplett ausgeschlachtet bis alle Platinen und das Display vom Rest getrennt waren. (Das Leergehäuse hat nun mein Sohn als Spielzeug).
Anschliessend wurde das Innenleben in einen sog. 3d-Bilderrahmen eingesetzt und auf der Rückwand - die ich vorher schwarz lackiert habe - verschraubt.
Das Ergebnis ist links zu sehen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurde DOS 6.22 auf der Compact Flash Karte installiert.

Im Hintergrund ist die Abdeckung mit zwei Sichtfenstern zu erkennen, die schliesslich als Vorderseite die Sicht auf das hochkant montierte Display freigibt. Wahlweise kann man durch das zweite Sichtfenster die Hardware bewundern oder ein Foto auf einem Stück Tonkarton präsentieren.

Den Bilderrahmen hat nun meine Schwester im Einsatz.

Mein Mediacenter


Nach mehreren Jahre der "Entwicklung" bin ich nun bei einem Mediacenter PC (im Bild links aussen neben der Lautsprecherbox) angelangt, der meine Anforderungen erfüllt:
  • Zuverlässigkeit in Bezug auf Stabilität und Verlässlichkeit der geplanten Fernsehaufnahmen
  • Optische und akustische "Wohnzimmerkompatibilität"
  • Vollständige Bedienbarkeit über eine "normale" IR Fernbedienung (Microsoft MCE Remote)
  • Nutzbarkeit für Fernsehen mit Timeshift, Videoaufzeichnung, Fotobetrachtung, Internetsurfen und gelegentliche Spiele


Hardwarebasis
  • CPU: AMD x2 3800+ EE (Dual Core, 2.2 GHz, 65W Energieverbrauch), Boxed-Cooler
  • RAM: 2GB DDR2 800
  • HDD: Seagate 400 GB SATA
  • DVD: NEC DVD-RW
  • Board: ASUS M2NPV-VM
  • Video: On Board nVidia 6150
  • TV: Terratec Cinergy 1200 DVB-S
  • Gehäuse: Antec ARIA mit Std. Netzteil 300W
  • FB: Microsoft Mediacenter Remote
Das Asus Board besitzt umfangreiche Video-Optionen (DVI, VGA, Tv-Out, S-Video, FBAS und Komponenten) und unterstützt das "Wecken" über die Fernbedienung sowie das automatische Einschalten für Timeraufnahmen aus dem Ruhezustand.
Das ARIA Gehäuse von Antec ist "schraubenlos" zu öffnen und hat ein ausreichend starkes Netzteil mit 120mm Lüfter der zusammen mit dem Drehzahlgeregelten CPU Kühler auf wohnzimmertauglichem Lautstärkeniveau arbeitet.

Softwarebasis
  • Windows XP Pro Media Center Edition RU2 u. Microsoft Universal DVB Receiver
  • nVidia Forceware (neueste Release)
  • WinDVD 8 Ultra MPEG Decoder
Die Softwareentscheidung für das Windows MediaCenter wurde nach zahlreichen Versuchen mit anderen Lösungen getroffen; bisher hat es sich als praxistauglich erwiesen. Die anderen Kandidaten waren:

VDR auf Linux - Als Festplatten-TV Recorder sehr gut, darüberhinaus (Bilder, Spiele, Surfen etc.) nur begrenzt tauglich da über OSD der Fernsehkarte realisiert. Aufwachen für Timeraufnahmen unter Linux nicht einfach einzurichten.

MythTV auf Linux - Kann theoretisch alles, in der Praxis ist die Installation extrem aufwändig. Mir ist es nicht gelungen eine einsatzfähige Konfiguration herzustellen.

DVBViewer auf Windows - Schwerpunkt ist Fernsehen, dies funktioniert auch tadellos. Die Mediacenter Funktionen wirken aufgesetzt und fördern teilweise "normale" Windows-Dialoge zutage die auf Couchentfernung nicht nutzbar sind.

Mediaportal auf Windows - Von Funktionalität und Bedienbarkeit her ein Topfavorit, allerdings sieht es mit der Stabilität in der praktischen Nutzung nicht wirklich gut aus. Timeraufnahmen funktionieren manchmal, beim Ansehen einer Sendung stürzt die Software ab und zu ab bzw. produziert abgehackten Sound und Bildruckler. Leider konzentrieren sich die Entwickler zu sehr auf Rand-Features wie etwa 3D-Skins und Spiele, vernachlässigen aber darüber die Kernfunktionalitäten.

Umstieg auf Fedora Core - Nachtrag

Tja, den "Umstieg" auf Linux habe ich letztlich fallengelassen und bin wieder zu Windows XP Pro zurückgekehrt, da ich mir mit FC mehr Probleme eingehandelt habe als dieses gelöst hätte. Die Anwendungen spielten dabei gar keine so große Rolle, denn mit Openoffice, Firefox und Thunderbird stehen die für 90% aller Themen passenden Tools in guter Qulität unter Linux bereit.
Der Teufel liegt vielmehr im Detail; es sind die kleinen aber nervigen Dinge die mich letztlich wieder zu Windows zurückkehren ließen:

Die Aktualisierung per Updatefunktion funktioniert zwar grundsätzlich, hat aber nicht selten zur Folge daß Paketversionen nicht mehr zusammen passen und somit manuell - aufwändig - bereinigt werden müssen. Am ärgerlichsten ist dies bei Linux Kernel Updates, da viele Softwarepakete von der Kernel-Release-Patch Version abhängen und nach dem Update auf einen neuen Kernel nicht mehr laufen. Dies betraf bei mir insbesondere das NTFS Kernel-Modul, das manuell zu kompilierende Modul für VMWare (siehe unten) sowie den äußerst zickigen ATI Grafiktreiber der nach jedem noch so kleinen Kernel Update nicht mehr laufen mochte bzw. seine 3D Beschleunigung deaktivierte.
Die Faxen endgültig dicke hatte ich aber nach einem Kernel Update der wegen Änderungen im lvm Subsystem keine Platten mehr erkannte und das Booten verweigerte. Der letzte Kernel bootete zwar noch, aber das System kam nicht mehr hoch weil zuvor schon Updates für die antizipierte neue Kernelversion installiert worden waren.
IMHO ist dies (Stand Ende 2006) nicht wirklich Enduser tauglich, da die wenigsten Anwender Lust haben ihr auf Grund einer automatischen Systemwartung zerhobeltes Linux zu reparieren.
Die Performance von Linux / X11 / GNOME war im direkten Vergleich mit Windows auf derselben Hardware nicht überzeugend. Selbst nach Konfiguration des Binary Treibers für die ATI 9600Pro war die Leistung subjektiv schlechter als unter Win XP.
Sicher hat das in der Hauptsache damit zu tun, daß die Hardwarehersteller die Treiberentwicklung primär für Windows betreiben und die Linux Umsetzung von engagierten Freiwilligen übernommen wird. Mir als User ist das aber zunächstmal egal.
Auch hier muss ich dazu sagen, daß wir über den Stand Ende 2006 reden. Ich werde demnächst einen neuen Linux Anlauf wagen wenn die Distributionen mit KDE 4.0 fertig sind.

19 November 2006

X11 Modeline für den Toshiba 37WL58

Hier eine Modeline für den Toshiba LCD-Fernseher:

Modeline "1360x768@85" 132.12 1360 1448 1944 1948 768 770 781 807 +hsync +vsync

Dies ermöglicht X-Windows "Panelfüllend" zu benutzen und so einen Linux basiertes Mediacenter aufzubauen.

25 Oktober 2006

Fedora Core - Neuer Kernel

Vier Monate sind mittlerweile vergangen und endlich erscheint ein Kernel, der meine Kiste nicht beim booten hängen lässt! Aber natürlich gibts damit auch Probleme, nämlich daß VMWare nach dem Update nicht mehr läuft. Nichts einfacher als das, da muss man ja nur das config script laufen lassen... denkste!
vmware-config.pl steigt leider unter dem neuen Kernel 2.6.18 mit der Meldung aus, daß die Kernelsourcen und die aktuelle Kernelversion nicht kompatibel seien.
Ursache ist, daß das config Script die Datei /usr/src/linux/include/linux/version.h auswertet und dort ein C Makro namens UTS_RELEASE erwartet. Irgendein Depp hat dieses aber aus version.h in die Datei utsrelease.h verlagert. Sämtliche solchermassen gestrickten Versionsprüfungen fallen damit also auf die Nase. Gibts eigentlich nichts wichtigeres im Linux Kern zu ändern?
Naja, der Fix ist jedenfalls trivial: Im config script einfach per Editor version.h zu utsrelease.h ändern und dann klappt das wieder.

24 Juni 2006

Umstieg auf Fedora Core 5 - Part 2

Unbedingt empfehlenswerte Repositories:
Auf den folgenden Webseiten werden für Fedora Core 5 zusätzliche RPM Pakete bereitgestellt, über die fast jede sinnige oder unsinnige Software einfach per YUM gezogen werden kann:

http://rpm.livna.org/ - s. Link Configuration für Step-by-Step Anleitung
http://ayo.freshrpms.net

Hier kann der Flashplayer für Linux heruntergeladen werden:

http://macromedia.rediris.es/rep_ri.html

17 Juni 2006

Umstieg auf Fedora Core 5 - Part 1

vmware-server:
Problemlose Installation der rpm Pakete, die von vmware.com heruntergeladen wurden.
Das Konfigurationsprogramm vmware-config.pl steigt aber beim Erzeugen des vmmon Kernel Moduls mit der Meldung "... invalid module format..." aus.
Ursache: Falsches kernel-devel Paket installiert
Abhilfe:
kernel-devel.i586 deinstallieren und per yum install kernel-devel.i686 ersetzen
dann einen symlink /usr/src/linux --> /usr/src/kernels/2.6.16-1.2133_FC5-i686 setzen

Das Konfigurationsprogramm läuft nun bis zu dem Punkt durch wo der Port für die Console erfragt wird. Hier kann ggfs. ein Ausstieg erfolgen, wenn inetd oder xinetd nicht installiert sind. In diesem Fall einfach per yum install xinetd nachinstallieren und Konfigprogramm nochmal laufen lassen.

Terratec Cinergy (DVB-S Karte):
Wird "out-of-the-box" unterstützt, allerdings kämpfen beim Systemstart zwei Treiber um die Physik. Im Endeffekt funktioniert der Fernsehempfang erstmal nicht, es fehlen unter /dev/dvb/adapter0 die notwendigen Device-Nodes
Ursache: Der "stradis" Treiber wird als kernel modul beim Start geladen
Abhilfe: in /etc/modprobe.d/blacklist den Eintrag "blacklist stradis" hinzufügen

Danach tauchen die Devicenodes auf, haben aber die falschen Berechtigugen (nur für root zugänglich).
Ursache: udev rules stimmen nicht
Abfhilfe: in /etc/udev.d/rules.d/50-udev.rules den Eintrag für dvb auf MODE="666" setzen. (Ganz korrekt wäre allerdings ein eigenes .rules File für diesen Zweck anzulegen und die Berechtigung per GROUP und MODE so zu vergeben, dass nicht alle Welt auf das Device berechtigt ist. Tja, der Mensch ist halt faul...)

Kernelsourcen erzeugen:
Manchmal braucht man über die Header hinaus auch die Kernelsourcen. Diese sind per rpm-packet von fedora-updates erhätlich (z.B.: kernel-2.6.16-1.2122_FC5.src.rpm).
Nach der Installation des Pakets können die Sourcen mit dem folgenden Befehl unter /usr/src/redhat/BUILD/kernel-2.6.16/ bereitgestellt werden:
rpmbuild -bp --target=$(uname -m) /usr/src/redhat/SPECS/kernel-2.6.spec